E-Mail-Marketing-Anbieter & Plattformen im Überblick

E-Mail-Marketing-Plattformen ähneln sich bei vielen Funktionen, unterscheiden sich aber deutlich in ihrer Produktlogik. Dieser Überblick ordnet den Markt in sechs Plattformtypen ein, zeigt repräsentative Anbieter und erklärt DACH-Besonderheiten. So können Sie gezielter eingrenzen, welche Art von System zu Ihrem Einsatzkontext passt.

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Wer nach einer E-Mail-Marketing-Plattform sucht, trifft auf Anbieter, die auf den ersten Blick erstaunlich ähnlich wirken. Newsletter-Editor, Automationen, Kontaktverwaltung, Landingpages oder CRM-Funktionen finden sich bei vielen Lösungen. Hinter diesen Überschneidungen stehen jedoch unterschiedliche Produktkonzepte.

Für die Orientierung lässt sich der Markt in sechs grundlegende Plattformtypen einteilen: Newsletter-First, Automation-First, CRM- und All-in-One-Suites, E-Commerce- und B2C-CRM, Creator- und Publisher-Plattformen sowie Enterprise- und Integrationslösungen.

Diese Einteilung ist keine starre technische Klassifikation. Viele Anbieter überschneiden sich inzwischen funktional. Als Marktkarte hilft sie aber dabei, zuerst die grundsätzliche Ausrichtung einer Plattform zu verstehen und erst danach einzelne Anbieter miteinander zu vergleichen.

Warum eine einfache Liste von E-Mail-Marketing-Anbietern wenig Orientierung bietet

Eine lange Feature-Liste kann Unterschiede zwischen Plattformen kleiner erscheinen lassen, als sie tatsächlich sind. Ein Newsletter-Tool kann beispielsweise Automationen anbieten, ohne deshalb auf komplexe automatisierte Customer Journeys ausgerichtet zu sein. Umgekehrt kann eine Automation-Plattform Newsletter versenden, obwohl ihre eigentliche Stärke in verhaltensbasierten Abläufen liegt.

Ähnlich verhält es sich mit CRM-Funktionen: Eine Kontaktdatenbank macht aus einem Newsletter-System noch keine umfassende CRM-Suite. Bei anderen Plattformen bildet das CRM dagegen die zentrale Datenbasis, auf der Marketing- und Vertriebsprozesse aufbauen.

Für eine erste Vorauswahl ist deshalb weniger entscheidend, ob ein Anbieter eine bestimmte Funktion grundsätzlich anbietet. Wichtiger ist die Frage, welche Aufgabe und Produktphilosophie im Mittelpunkt des Systems stehen.

Die Marktkarte: 6 grundlegende Typen von E-Mail-Marketing-Plattformen

Die folgenden sechs Kategorien bieten eine praktische Orientierung. Die Grenzen sind fließend: Einzelne Anbieter können Merkmale mehrerer Gruppen vereinen.

PlattformtypSchwerpunktTypische Anbieter
Newsletter-FirstUnkomplizierter Newsletter- und KampagnenversandCleverReach, rapidmail
Automation-FirstWorkflows, Trigger und automatisierte Customer JourneysActiveCampaign, KlickTipp, Quentn, GetResponse
CRM- und All-in-One-SuitesVerbindung von E-Mail-Marketing, Kundendaten und weiteren Marketing- bzw. VertriebsprozessenBrevo, HubSpot, Mailchimp
E-Commerce- und B2C-CRMShop-, Kunden- und Kaufdaten als Grundlage der KommunikationKlaviyo
Creator- und Publisher-PlattformenAudience-Aufbau und Monetarisierung von InhaltenKit, beehiiv
Enterprise- und IntegrationslösungenIntegration in komplexere Unternehmens- und IT-UmgebungenInxmail

ℹ️ Hinweis

Die sechs Plattformtypen sind eine redaktionelle Orientierungskarte und keine trennscharfen Softwareklassen. Entscheidend ist der jeweilige Schwerpunkt. Ein Anbieter kann Funktionen aus mehreren Kategorien besitzen, ohne dass diese für seine grundlegende Produktausrichtung gleich wichtig sind.

Im Folgenden werden die Plattformtypen anhand ausgewählter Anbieter exemplarisch eingeordnet. Die genannten Anbieter sind Beispiele für die jeweilige Marktausrichtung und keine vollständige Marktübersicht.

1. Newsletter-First: wenn der klassische Newsletter im Mittelpunkt steht

Newsletter-First-Plattformen eignen sich als Ausgangspunkt für Unternehmen und Organisationen, deren Schwerpunkt auf einem unkomplizierten Kampagnenversand liegt. Automatisierungen können vorhanden sein, bestimmen aber nicht zwangsläufig die gesamte Systemarchitektur.

CleverReach

Was ist die Plattform im Kern?
CleverReach ist eine cloudbasierte E-Mail-Marketing-Software für den Versand von Kampagnen und für Basis-Automationen.

Für welchen Einsatzkontext ist sie gebaut?
Die Ausrichtung passt insbesondere zu KMU, Vereinen und Einsteigern, die Newsletter ohne den Schwerpunkt auf einer komplexen Automations- oder CRM-Architektur versenden möchten.

Welcher Schwerpunkt unterscheidet sie sichtbar?
Im Vordergrund stehen ein benutzerfreundlicher Newsletter-Versand, DSGVO-bezogene Anforderungen und Schnittstellen zu Shops.

Spezialist oder umfassende Suite?
CleverReach ist in dieser Marktkarte eher dem Newsletter-First-Segment zuzuordnen. Automationsfunktionen sind vorhanden, der Schwerpunkt liegt jedoch auf Newsletter-Marketing.

Welche DACH-Besonderheit sollte man kennen?
Der Anbieter sitzt in Rastede in Deutschland und nutzt EU-Server. Das System ist deutschsprachig.

2. Automation-First: wenn Kontakte unterschiedliche Wege durchlaufen sollen

Automation-First-Systeme setzen stärker auf Abläufe, die vom Verhalten und von Merkmalen einzelner Kontakte gesteuert werden. Visuelle Workflow-Editoren, Trigger und Tagging spielen deshalb eine wesentlich größere Rolle als bei einem primär auf Kampagnenversand ausgerichteten System.

ActiveCampaign

Was ist die Plattform im Kern?
ActiveCampaign verbindet E-Mail-Marketing und SMS mit visueller Marketing Automation und Sales-CRM-Funktionen.

Für welchen Einsatzkontext ist sie gebaut?
Die Plattform eignet sich für Szenarien, in denen Kontakte abhängig von ihrem Verhalten unterschiedliche automatisierte Journeys durchlaufen sollen.

Welcher Schwerpunkt unterscheidet sie sichtbar?
Kennzeichnend sind der visuelle Drag-and-Drop-Workflow-Builder, verhaltensbasierte Automationen und Lead Scoring.

Spezialist oder umfassende Suite?
ActiveCampaign geht deutlich über einen reinen Newsletter-Versender hinaus und verbindet seinen Automationsschwerpunkt mit CRM-Funktionen.

Welche DACH-Besonderheit sollte man kennen?
ActiveCampaign ist ein US-Anbieter. Bei der Datenschutzprüfung sind deshalb insbesondere die Bedingungen für Drittlandübermittlungen relevant.

Eine unabhängige Facheinschätzung hebt die leistungsfähigen visuellen Workflows hervor, sieht für Einsteiger allerdings eine steilere Lernkurve.

ActiveCampaign verwendet für neuere KI-gestützte Funktionen außerdem die Herstellerbezeichnung „Autonomous Marketing“. Diese Bezeichnung ist als Produktpositionierung des Anbieters zu verstehen, nicht als unabhängige Kategorie des Marktes.

KlickTipp

Was ist die Plattform im Kern?
KlickTipp verbindet Newsletter- und SMS-Marketing mit einer konsequent tagbasierten Kontaktverwaltung.

Für welchen Einsatzkontext ist sie gebaut?
Der Ansatz richtet sich an Anwender, die Kontakte anhand von Merkmalen und Verhalten strukturieren und daraus automatisierte Funnels entwickeln möchten.

Welcher Schwerpunkt unterscheidet sie sichtbar?
Statt Kontakte über starre Listen zu organisieren, arbeitet KlickTipp mit einem Datensatz pro Empfänger und einer Tagging-Logik.

Spezialist oder umfassende Suite?
Der Schwerpunkt liegt auf E-Mail-Marketing, Tagging und Automation und damit stärker auf automatisierten Marketingprozessen als auf einer umfassenden Marketing-, Sales- und Service-Suite.

Welche DACH-Besonderheit sollte man kennen?
Anbieter und Server befinden sich in Deutschland. KlickTipp stellt die DSGVO-Ausrichtung seiner Plattform stark heraus und bietet unter anderem ein AVV-Muster.

Wenn Sie den tagbasierten Ansatz von KlickTipp genauer kennenlernen möchten, finden Sie beim Anbieter weitere Informationen zur Plattform.

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Quentn

Was ist die Plattform im Kern?
Quentn kombiniert Marketing Automation und E-Mail-Marketing mit Sales-Pipelines beziehungsweise CRM-Funktionen.

Für welchen Einsatzkontext ist sie gebaut?
Die Plattform richtet sich an Unternehmen, die automatisierte Kampagnen eng mit Vertriebsprozessen verbinden möchten.

Welcher Schwerpunkt unterscheidet sie sichtbar?
Ein zentrales Merkmal ist der stark visuell ausgerichtete Kampagnen-Editor.

Spezialist oder umfassende Suite?
Quentn verbindet seinen Automation-Schwerpunkt mit CRM- und Pipeline-Funktionen, ohne in dieser Marktkarte als klassische umfassende All-in-One-Suite eingeordnet zu werden.

Welche DACH-Besonderheit sollte man kennen?
Der Anbieter sitzt in Potsdam in Deutschland.

Wenn Sie den Automationsansatz von Quentn genauer kennenlernen möchten, finden Sie beim Anbieter weitere Informationen zu den Funktionen der Marketing Automation.

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GetResponse

Was ist die Plattform im Kern?
GetResponse kombiniert E-Mail-Marketing und Marketing Automation mit Conversion Funnels, Landingpages und Webinaren.

Für welchen Einsatzkontext ist sie gebaut?
Die Plattform kommt insbesondere dann infrage, wenn E-Mail-Automation mit weiteren Elementen eines Marketing-Funnels verbunden werden soll.

Welcher Schwerpunkt unterscheidet sie sichtbar?
Der Funktionsrahmen reicht über klassische E-Mail-Kampagnen hinaus und umfasst Funnel- und Monetarisierungsfunktionen.

Spezialist oder umfassende Suite?
GetResponse besitzt einen breiten All-in-One-Ansatz, wird in dieser Marktkarte aufgrund seines ausgeprägten Automations- und Funnel-Fokus dennoch dem Automation-First-Segment zugeordnet.

Welche DACH-Besonderheit sollte man kennen?
Der Anbieter sitzt in Polen und damit innerhalb der EU.

3. CRM- und All-in-One-Plattformen: wenn E-Mail Teil eines größeren Systems ist

Bei CRM- und All-in-One-Lösungen steht E-Mail-Marketing nicht isoliert. Kundendaten, Marketingkanäle und teilweise Vertriebsprozesse werden in einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt.

Brevo

Was ist die Plattform im Kern?
Brevo, ehemals Sendinblue, bündelt E-Mail, SMS, WhatsApp, Transaktionsmails und CRM-Funktionen in einer Plattform.

Für welchen Einsatzkontext ist sie gebaut?
Die Lösung richtet sich an Anwender, die mehrere Kommunikationskanäle und Kundendaten in einem gemeinsamen System nutzen möchten.

Welcher Schwerpunkt unterscheidet sie sichtbar?
Neben Marketing-E-Mails spielen Transaktionskommunikation und mehrere Kommunikationskanäle eine wichtige Rolle. Die Abrechnung orientiert sich primär am Versandvolumen.

Spezialist oder umfassende Suite?
Brevo verfolgt einen All-in-One-Ansatz. Unabhängige Vergleiche ordnen den Anbieter zugleich als kosteneffizienten Allrounder mit einer Stärke im Bereich Transaktionsmails ein. Das ist von der breiteren CRM-Selbstpositionierung des Anbieters zu unterscheiden.

Welche DACH-Besonderheit sollte man kennen?
Brevo sitzt in Paris in Frankreich und hostet Daten in der EU.

HubSpot

Was ist die Plattform im Kern?
Beim HubSpot Marketing Hub baut E-Mail-Marketing auf einem zentralen Smart CRM auf und ist Bestandteil eines größeren Systems für Kundenprozesse.

Für welchen Einsatzkontext ist sie gebaut?
Die Plattform ist auf Inbound Marketing, Lead-Generierung und Lifecycle-Prozesse ausgerichtet.

Welcher Schwerpunkt unterscheidet sie sichtbar?
Marketing und zentrale CRM-Daten sind nativ miteinander verbunden.

Spezialist oder umfassende Suite?
HubSpot ist klar als umfassende Suite einzuordnen. Der Anbieter bezeichnet sein Gesamtsystem selbst als „Customer Platform“.

Welche DACH-Besonderheit sollte man kennen?
HubSpot hat seinen Sitz in den USA. Für Unternehmen im DACH-Raum sind deshalb die Bedingungen für internationale Datenübermittlungen Teil der Datenschutzprüfung.

HubSpot wirbt zudem auf Basis eigener Kundenbefragungen mit Leistungskennzahlen wie „129 % mehr Leads nach 1 Jahr“. Solche Zahlen sind Herstellerangaben und sollten nicht als unabhängiger Wirksamkeitsnachweis verstanden werden.

Mailchimp

Was ist die Plattform im Kern?
Mailchimp ist eine All-in-One-Plattform für E-Mail- und SMS-Marketing.

Für welchen Einsatzkontext ist sie gebaut?
Die Plattform deckt einen breiten Marketingeinsatz ab und richtet sich nicht ausschließlich an einen einzelnen Spezialanwendungsfall.

Welcher Schwerpunkt unterscheidet sie sichtbar?
Mailchimp verfügt über ein umfangreiches Template- und Design-Ökosystem sowie mehr als 300 Integrationen.

Spezialist oder umfassende Suite?
Mailchimp gehört zu den breit ausgerichteten All-in-One-Systemen und nicht zu den reinen E-Mail-Spezialisten.

Welche DACH-Besonderheit sollte man kennen?
Mailchimp gehört zu Intuit und hat seinen Sitz in den USA. Drittlandübermittlungen gehören damit zu den Punkten, die bei einer DSGVO-Prüfung berücksichtigt werden müssen.

4. E-Commerce und B2C-CRM: wenn Kaufdaten die Kommunikation steuern

Bei E-Commerce-orientierten Plattformen bildet nicht allein die E-Mail-Adresse eines Kontakts die entscheidende Grundlage. Shop-Ereignisse, Kaufhistorien und Produktdaten werden in die Kommunikation einbezogen.

Klaviyo

Was ist die Plattform im Kern?
Klaviyo ist eine datengetriebene Marketingplattform mit ausgeprägter E-Commerce-Ausrichtung. Der Hersteller selbst positioniert das System als „B2C CRM“.

Für welchen Einsatzkontext ist sie gebaut?
Die Plattform ist auf B2C- und E-Commerce-Szenarien zugeschnitten und lässt sich unter anderem mit Shopify und WooCommerce verbinden.

Welcher Schwerpunkt unterscheidet sie sichtbar?
Kaufdaten können in Echtzeit erfasst und für automatisierte Abläufe wie Warenkorbabbruch-Flows verwendet werden. Auch SMS gehört zum Plattformangebot.

Spezialist oder umfassende Suite?
Hier zeigt sich besonders deutlich, warum Herstellerpositionierung und Marktklassifikation getrennt betrachtet werden sollten: Klaviyo beschreibt sich als B2C CRM, während unabhängige Marktanalysen die Plattform primär als E-Commerce-Spezialisten einordnen.

Welche DACH-Besonderheit sollte man kennen?
Klaviyo hat seinen Sitz in den USA. Unternehmen im DACH-Raum müssen deshalb auch hier die Bedingungen einer Drittlandübermittlung prüfen.

5. Creator und Publisher: wenn E-Mail Teil des eigenen Content-Geschäfts ist

Creator-Plattformen setzen andere Prioritäten als klassische Newsletter- oder CRM-Systeme. Der Aufbau einer eigenen Audience und die Monetarisierung von Inhalten gehören hier unmittelbar zum Produktkonzept.

Kit

Was ist die Plattform im Kern?
Kit, ehemals ConvertKit, ist eine E-Mail-Marketing-Plattform speziell für Creator, Autoren und Podcaster.

Für welchen Einsatzkontext ist sie gebaut?
Die Plattform richtet sich an Personen und Unternehmen, die eine eigene Audience aufbauen und Inhalte oder digitale Angebote monetarisieren möchten.

Welcher Schwerpunkt unterscheidet sie sichtbar?
Zum Konzept gehören ein reduzierter E-Mail-Designer, Landingpages und Formulare, das Creator-Netzwerk „Recommendations“ sowie Funktionen für digitale Produkte und Paid Newsletters.

Spezialist oder umfassende Suite?
Kit ist eher ein spezialisierter Creator-Ansatz als eine allgemeine CRM- oder Unternehmenssuite.

Welche DACH-Besonderheit sollte man kennen?
Kit hat seinen Sitz in den USA. Die Datenschutzprüfung muss daher auch internationale Datenübermittlungen berücksichtigen.

Kit gibt die eigene E-Mail-Zustellrate mit 99,8 % an. Dabei handelt es sich um eine Herstellerangabe und nicht um eine hier unabhängig bestätigte Messung.

6. Enterprise und Integration: E-Mail-Marketing in komplexeren IT-Landschaften

Nicht jedes Unternehmen sucht ein weitgehend eigenständiges Self-Service-System. In größeren oder speziell aufgebauten IT-Landschaften können Integrationsfähigkeit, individuelle Schnittstellen sowie Trigger- und Transaktionskommunikation stärker in den Vordergrund rücken.

Inxmail steht exemplarisch für dieses Segment. Die Plattform ist darauf ausgerichtet, Kampagnen-, Trigger- und Transaktionsmails modular in bestehende IT-Systeme einzubinden.

Damit bildet das Enterprise- und Integrationssegment einen eigenen Teil der Marktlandschaft, auch wenn es sich weniger direkt mit typischen Self-Service-Tools für kleinere Unternehmen oder einzelne Creator vergleichen lässt.

DACH-Besonderheiten: Datenschutz nicht auf den Serverstandort reduzieren

Für Unternehmen im deutschsprachigen Raum gehört die Datenschutz- und Infrastrukturprüfung zur Anbieterauswahl. Der Sitz des Unternehmens und der Serverstandort sind dabei wichtige Kriterien, reichen für sich allein aber nicht aus.

CleverReach, KlickTipp, Quentn, Brevo und GetResponse sind EU- beziehungsweise DACH-Anbieter und verarbeiten Daten in der EU. ActiveCampaign, Mailchimp, HubSpot, Klaviyo und Kit sind dagegen US-Anbieter. Für entsprechende Drittlandübermittlungen kommen insbesondere das EU-U.S. Data Privacy Framework auf Grundlage eines Angemessenheitsbeschlusses sowie Standardvertragsklauseln als rechtliche Instrumente infrage.

Das EU-U.S. Data Privacy Framework ist nach dem Stand der zugrunde liegenden Prüfung gültig. Die rechtliche Entwicklung bei internationalen Datenübermittlungen sollte dennoch bei der konkreten Anbieterprüfung berücksichtigt werden.

Ein EU-Server allein bedeutet deshalb nicht automatisch vollständige DSGVO-Konformität. Bei einer Auftragsverarbeitung personenbezogener Daten ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag beziehungsweise DPA gemäß Art. 28 DSGVO erforderlich. Zusätzlich müssen unter anderem die Anforderungen rund um Einwilligungen beziehungsweise Double-Opt-In und die eigene Datenschutzerklärung berücksichtigt werden.

⚠️ Warnung

Dieser Überblick dient der allgemeinen Orientierung und ist keine Rechtsberatung. Datenschutzanforderungen sollten immer für den konkreten Einsatz, die tatsächlich verarbeiteten Daten und die aktuelle Vertrags- und Rechtslage geprüft werden.

5 Punkte für die Datenschutzprüfung eines E-Mail-Marketing-Anbieters

  1. Anbietersitz prüfen: Wo sitzt das Unternehmen, mit dem der Vertrag geschlossen wird?
  2. Datenregion prüfen: Wo werden personenbezogene Daten tatsächlich verarbeitet und gespeichert?
  3. AV-Vertrag prüfen: Liegt ein geeigneter Auftragsverarbeitungsvertrag beziehungsweise DPA vor?
  4. Subprozessoren prüfen: Welche weiteren Dienstleister sind in die Verarbeitung eingebunden?
  5. Drittlandübermittlung prüfen: Werden Daten außerhalb der EU beziehungsweise des EWR verarbeitet und auf welcher Grundlage erfolgt die Übermittlung?

Auch bei der späteren Kostenprüfung lohnt ein Blick in die Abrechnungsbedingungen. Je nach Anbieter und Tarif kann relevant sein, ob nur aktive Empfänger oder ein größerer Kontaktdatenbestand für die Abrechnung berücksichtigt wird. Diese Regel sollte vor der Tarifentscheidung direkt für das konkrete Angebot geprüft werden.

Welcher Plattformtyp passt zu welcher Ausgangslage?

Die Marktkarte ersetzt keinen detaillierten Softwarevergleich. Sie grenzt zunächst ein, in welchem Teil des Marktes eine Suche sinnvoll beginnen kann.

Sie möchten vor allem unkompliziert Newsletter versenden?
Dann liegt ein Newsletter-First-System wie CleverReach als Ausgangspunkt nahe.

Sie benötigen verhaltensbasierte Journeys und komplexere automatisierte Abläufe?
Dann sollten Sie sich zunächst im Automation-First-Segment orientieren. Dazu gehören beispielsweise ActiveCampaign, KlickTipp, Quentn und GetResponse.

Shop- und Kaufdaten sollen Ihre Kommunikation steuern?
Dann ist das E-Commerce- beziehungsweise B2C-Segment relevant, für das Klaviyo exemplarisch steht.

Marketing und Vertrieb sollen auf einer gemeinsamen CRM-Grundlage arbeiten?
Dann kommen CRM- und All-in-One-Systeme wie HubSpot oder Brevo in Betracht.

Sie bauen als Creator eine Audience auf und möchten Inhalte monetarisieren?
Dann sind spezialisierte Creator-Plattformen wie Kit einen genaueren Blick wert.

Sie benötigen eine Lösung für eine komplexe Unternehmens- und IT-Landschaft?
Dann sollte auch das Enterprise- und Integrationssegment in die Vorauswahl einbezogen werden.

Fazit: Erst den Plattformtyp verstehen, dann Anbieter vergleichen

E-Mail-Marketing-Software ist keine einheitliche Produktklasse. Ein einfacher Newsletter-Versender verfolgt ein anderes Grundkonzept als eine Automation-Plattform, eine CRM-Suite, ein E-Commerce-System oder eine Creator-Plattform.

Deshalb beginnt eine sinnvolle Vorauswahl nicht mit der Frage nach einem allgemeinen „besten“ Anbieter. Entscheidend ist zunächst, welche Art von System zum eigenen Einsatzkontext passt.

Wer diese Ebene geklärt hat, kann die verbleibenden Anbieter wesentlich gezielter untersuchen. Die nächsten Schritte sind ein konkreter E-Mail-Marketing-Tools-Vergleich, die Prüfung der Auswahlkriterien für E-Mail-Marketing-Software und anschließend ein Blick auf Preise, Tarife und Kostenmodelle.